Hunde beschäftigen und Spaziergänge gestalten

Laika ist ein junger Labrador, der sehr gern Aufgaben bekommt. Sie geht dementesprechend mit viel Freude und Motivation an gestellte Aufgaben heran und sucht sehr ehrgeizig und erfolgsorientiert nach Lösungen.

Das war auch schon im Welpen- und Junghundealter so. Daher war für mich auch von vorn herein klar, dass „nur“ einfache Spaziergänge, ohne Abenteuer und Aufgaben, sie recht schnell langweilen würden. Natürlich gibt es auch Runden, auf denen wir gar nichts machen, denn solche Pausen sind wichtig. Ansonsten versuche ich aber unsere Spaziergänge möglichst abwechslungsreich zu gestalten und dabei „langweiliges“ Training mit spannenden Aufgaben zu kombinieren. Ist Laika motiviert, dann machen wir an heißen oder regnerischen Tagen, ein paar Dinge in der Wohnung.

Erste Übungen für Welpen

Da Welpen noch keine weiten Strecken laufen dürfen, haben wir besonders in dieser Zeit viel mit dem Kopf gearbeitet. In der Wohnung habe ich Leckerlis versteckt. Zuerst auf dem Fußboden, später auch etwas erhöht. Für die meisten Hunde ist der Wechsel dieser Ebenen schon eine neue Herausforderung.

Nachdem die ersten Kommandos drinnen klappten, haben wir kleine Sitz, Platz und Bleib Übungen draussen ausprobiert. Auch mit einer 5m Schleppleine und einem Futterdummy kann man bereits das Kommando „Bring“ üben.

Man kann auch schon in leichten Verstecken Spielzeug oder einen Futterdummy verstecken. Kann der Welpe das Kommando „Bleib“, so kann er beim Verstecken zusehen. Er wird gespannt sein, was Frauchen oder Herrchen da macht. Geht man dann zurück zum Hund, kann man ihn belohnen, wenn er brav sitzen geblieben ist und schickt ihn anschließend mit einem Auflösekommando in Richtung des Spielzeuges. Natürlich kann man dem Hund dabei auch etwas helfen. Er muss ja erst einmal verstehen, was er da machen soll. Findet der Hund das Spielzeug, gibt´s natürlich eine riesen Party.

Da Welpen sich allerdings nur für sehr kurze Zeit konzentrieren können, ist es wichtig, dass man die Übungen dementsprechend kurz hält.

Gerade dann, wenn der Welpe stubenrein ist, die Kommandos klappen und man glaubt, dass alles so richtig gut läuft, folgt die Jungehundezeit und damit auch die Puberät. Bei einigen Hunden merkt man davon gar nichts, andere Hunde „vergessen“ gern mal ihren Namen, Sitz, Platz oder andere Kommandos.

So war es auch bei Laika. Sie war unheimlich wild, unabhängig und anstrengend in dieser Zeit. Gerade da ist es wichtig, dass man trotzdem trainiert. Allerdings muss man dabei ruhig, souverän, verständnisvoll bleiben, denn im Hundekopf herrscht ein ganz schönes Chaos. Es hilft nichts Sachen zu trainieren oder einzufordern, die in dieser Situation für den Hund zu schwer sind. Das schafft nur Frust auf beiden Seiten.

Ich habe eher spielerisch die Dinge, die weniger gut klappten, noch einmal neu aufgebaut. Wir haben in dieser Zeit viel mit dem Futterdummy trainiert und Laika lief fast nur an der Schleppleine. So haben wir den Rückruf trainiert. Auch die Impulskontrolle haben wir spielerisch trainiert.

Hundebegegnungen waren ebenfalls sehr anstrengend. Meist bin ich einen großen Bogen gelaufen oder ich habe mich spannender gemacht, indem ich mit Laika draussen getrickst habe oder ihr eine Leckerlisuche als Aufgabe gegeben habe. Ziel war es nicht, dass ich sie ablenke von dem anderen Hund, sondern dass ich spielerisch trainiere, dass ich spannender bin.

Hütchenspiel

Bei Hündinnen folgt in der Pubertät meist auch die erste Läufigkeit. Gerade in den wenigen Tagen der Standhitze bin ich, bis auf kleine Runden, viel mit Laika drinnen. Sie ist gerade in dieser Zeit um etwas Ablenkung dankbar. Auch da verstecke ich Leckerlis, gebe ihr einen Schnüffelteppich, übe neue Tricks oder spiele mit ihr ein „Hütchenspiel“. Dazu nutze ich Becher von Ikea. Ich habe in den Boden der Becher ein Loch hineingebohrt und verstecke dann unter einem von den 6 Bechern ein Leckerli. Sie muss nun herausfinden, unter welchem das Leckerli liegt und diesen Becher umwerfen, sodass sie an das Leckerli kommt.

Je älter der Hund wird, desto komplexer können natürlich die gestellten Aufgaben sein. Das beginnt beim Dummytraining, aber auch bei versteckten Gegenständen , Spielzeugen oder Leckereien.

Spuren legen

Ich lege für Laika auch sehr gern eine Spur. Dafür fülle ich vorher etwas mit Gemüsebrühe gemischtes Wasser in eine Flasche und gehe einen bestimmten Weg entlang. Alle paar Meter lasse ich etwas von dem Wasser auf den Boden tropfen. Am Ende der Spur befindet sich eine Jackpot-Belohnung. Bei uns ist das meist Käse oder Geflügelmortadella. Ist die Belohnung versteckt, mache ich Laika am Geschirr mit der Schleppleine fest und zeige ihr den Anfang der Spur. Sie hatte schnell begriffen, was ich von ihr möchte und ging der Spur entlang zur Belohnung.

Trick „Mach was“

Auch der Kreativität beim Tricksen sind auf Spaziergängen keine Grenzen gesetzt. Neben Männchen, Rolle, Peng, Sachen umrunden, Pfötchen geben und High Five kann Laika den Trick „Mach was“. Dabei sage ich das Kommando und Laika darf mir einen Trick ihrer Wahl anbieten. Trainiert habe ich es mit einem Leckerli in der Hand. Die meisten Hunde werden beim Anblick des Leckerlis kreativ und bieten von allein etwas an, da sie die Belohnung haben möchten. Sobald der Hund etwas macht, gibt es auch schon die Belohnung. Dabei habe ich anfangs auch Sitz und Platz belohnt. Laika liebt diesen Trick, da sie sich aussuchen darf, was sie machen möchte und dabei nachdenken muss, welche Tricks sie schon kann.

In der Natur nutzen wir auch sehr gern Bäume, Steine, Bänke und andere Dinge für ein wenig „Outdoor Agility“. Laika darf dabei klettern, springen und balancieren. Ihr macht es Spaß und dazu wird noch noch das Selbstbewusstsein und das Körpergefühl gestärkt. Bäume nutzen wir im Übrigen auch sehr gern, um in der Rinde Leckerlis zu verstecken.

Es gibt also wirklich eine Menge Möglichkeiten, wie man den Hund beschäftigen kann. Man sollte lediglich auf die Konzentration des Hundes achten. Laika ist häufig so motiviert, dass sie 100 % gibt. Demenstsprechend schnell lässt aber auch die Konzentration nach und sie beginnt Blödsinn zu machen, indem sie nicht mehr richtig mitarbeitet, lieber schnüffeln geht oder die einfachsten Kommandos nicht mehr auf Anhieb ausführt. Ich muss also immer schauen, dass ich das Training beende, bevor dieser Punkt erreicht ist, damit wir mit einem Erfolg aus der Übung gehen.

Ich hoffe, ich konnte euch einige Anreize geben. Ein Spaziergang muss nicht immer nur aus Laufen und Bällchen werfen bestehen. Wichtig ist, dass ihr etwas findet, dass zu euch und eurem Hund passt. Während der eine Hund lieber mit der Nase arbeitet, trickst oder rennt ein Anderer gern. Solang es Spaß macht, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

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