Rasseportrait – Der Shiba Inu

Auf unserem Blog Labrador Laika möchten wir gern aufklären. Leider werden manche Hunderassen zum Teil nur aufgrund ihres Aussehens gekauft oder, weil sie aktuell „im Trend“ sind. So habe ich mich entschieden eine Beitragsreihe ins Leben zu rufen, in denen Gastblogger über den Alltag mit ihrem Rassehund berichten. Alle Rasseportraits findet ihr hier. In diesem Beitrag schreibt Corinna von @the.shiba.blog über den Alltag mit ihrer Hündin Yuna und die Rasse des Shiba Inus. 

Shiba Inu
Rasseportrait – Der Shiba Inu

Aussagen wie: „Der sieht ja aus wie ein Fuchs!“, „Ist das ein Huskywelpe?“ oder „Den kenne ich aus dem Film Hachikō.“ hören wir sehr häufig auf unseren Spaziergängen. Egal wo wir hingehen, man hat immer das Gefühl, Yuna steht im Mittelpunkt des Geschehens. Mit einem Shiba Inu fällt man auf, das haben wir schon ab Tag eins gelernt. Doch der Schein trügt. Hinter dem niedlichen fuchsartigen Zwerg steckt ein Wachhund mit ausgeprägtem Jagdtrieb und einer ordentlichen Portion Selbstständigkeit. In diesem Rasseportrait räume ich mit Vorurteilen rund um den Shiba auf und entführe euch etwas in unseren Alltag mit dieser ganz speziellen Rasse. 

Der Ursprung des Shiba Inus

Der Shiba gehört zu den ältesten Rassen der Welt und damit zur Gruppe der Hunde vom Urtyp. Sie wurden schon vor vielen tausend Jahren im alten Japan als Haus- und Familienhunde gehalten und hatten jeher schon eine starke Bindung zum Menschen. Mit den Jahren wurden sie dann vermehrt als Jagdhunde für Kleintiere und Vögel gehalten. Auf ihren Jagden mussten sie viele Entscheidungen selbst und ohne Steuerung des Menschen treffen. Daraus entwuchs eine gewisse Selbstständigkeit, ohne dabei aber die enge Bindung zur Familie zu verlieren. Heute gilt der Shiba Inu gemeinsam mit dem Akita Inu als nationales Naturdenkmal in Japan und wird auch hierzulande immer bekannter. 

Erziehung eines Shiba Inus

Immer mehr Menschen erkennen auf der Straße die Rasse und auch auf Instagram häufen sich die Shibaprofile. Ich bekomme fast täglich Fragen zur Erziehung und Haltung der Rasse gestellt. Häufig steht für die Menschen schon fest, dass sie gerne einen Shiba halten würden, ohne sich intensiv mit der Rasse zu beschäftigen. Das ist wirklich schade, denn ein Punkt sollte klar sein: ein selbstständiger Jagdhund mit Territorialverhalten und ohne den sogenannten „will-to-please“ gleicht in der Erziehung ehr einer Mammutaufgabe als einem Spaziergang.  Vor allem Ersthundehalter wissen oft nicht, was auf sie zukommt. Vielmehr ist es das Aussehen, was die Menschen fasziniert und da nehme ich mich natürlich nicht raus. Jedoch sollte man vor einer Anschaffung ernsthaft darüber nachdenken, welche Eigenschaften der eigene Hund mitbringen sollte und ob diese Eigenschaften mit denen des Shibas zusammenpassen. Auch ich habe in der Haltung gemerkt, dass ich mir doch die eine oder andere Charaktereigenschaft bei meinem Hund wünschen würde, die die meisten Shibas schlichtweg nicht mitbringen. Auch hier gibt es Ausnahmefälle, aber das bleibt wohl ehr die Seltenheit. 

Yuna von @the.shiba.blog

Yuna ist (in meinen Augen) für einen Shiba sehr gut erzogen. Sie ist meistens abrufbar, verhält sich Menschen und Hunden gegenüber freundlich, hält sich meist an die Regeln im Haus und auch auf den Spaziergängen herrscht zu 95% Harmonie. Dahinter steckt allerdings sehr viel Arbeit. Moritz und ich haben über ein Jahr in den jetzigen Erziehungsstand investiert und sind immer noch nicht da, wo wir gerne hinwollen. In diesem Jahr waren wir fast täglich zu Hause, weil unser Studium aufgrund von Corona digital stattgefunden hat. Und trotzdem bleibt Yuna meist an der Schleppleine, weil ich ihr nicht zu 100% vertrauen kann. Sie mag kein Wasser, ist bei der Begegnung mit anderen Hunden sehr aufgeregt, ihr Jagdtrieb ist gut ausgeprägt und wenn sie ein Signal jetzt eben nicht ausführen will, führt da auch nur schwer ein Weg hinein. Der Dickkopf dieser Rasse ist einfach unglaublich und fordert den Menschen in der Erziehung immer wieder heraus, sich individuelle Erziehungsmethoden einfallen zu lassen. Prinzipiell ist ein Shiba nicht schwer erziehbar, aber es ist häufig doch mit mehr Aufwand verbunden, als bei einem Hund mit „will-to-please“. 

Warum ich mich für einen Shiba Inu entschieden habe 

Ich bin ein Mensch, der die Herausforderung nicht scheut und irgendwo hat mich das Wesen des Shibas herausgefordert, es auszutesten. Natürlich hat auch die Optik zu meiner Entscheidung beigetragen, aber grundsätzlich habe ich mich irgendwo in den Charakterzügen selbst wiedergefunden. Und das macht auch das Leben zwischen mir und Yuna aus. Sie ist oft einfach wie ich. Es ist erfrischend, aber auch anstrengend, wenn zwei sture Ziegen aufeinanderstoßen. Unsere Beziehung wirkt auf den ersten Blick nicht so eng, wie die zwischen anderen Hundehaltern und ihren Vierbeinern. Aber ich weiß, wie viel wir in einem Jahr an Bindung und Erziehung aufbauen konnten. Die Liebe und den Respekt des Shibas bekommt man nicht geschenkt, man muss es sich erarbeiten. Und ich denke, das ist es, was die Rasse ausmacht. Sie spiegelt ungefiltert die Schwächen und Stärken der Hundeerziehung wider. Und trotzdem würde ich auf die Frage „Einmal Shiba, immer Shiba?“ im Moment mit einem klaren „nein“ antworten. Dafür gibt es einfach zu viele spannende und tolle Hunderassen auf dieser Welt. 

Der Shiba Inu

Weitere Beiträge von Corinna und Yuna findet ihr auf ihrem Instagramprofil und auf ihrem Blog „Liebe auf vier Pfoten

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