Silvester mit Hund

[Werbung] Laika erlebt mit uns in diesem Jahr ihr drittes Silvester. Im ersten Jahr war sie gerade einmal 6 Wochen alt. Da hat sie beim Züchter wahrscheinlich gar nicht viel mit bekommen.

Letztes Jahr waren wir mit ihr zu Hause. Wir wollten erst in eine ruhigere Ecke fahren, allerdings ist uns die Ferienwohnung dann recht spontan abgesprungen, sodass wir nichts Freies über Silvester mehr gefunden haben. Letztlich war es vielleicht sogar ganz gut so, denn so hatte Laika ihre gewohnte und sichere Umgebung.

In diesem Beitrag erzähle ich euch, wie wir relativ stressfrei letztes Silvester mit Laika überstanden haben.

Zunächst möchte ich erst einmal klären, woher die Angst überhaupt kommt. Letztendlich ist Angst nichts Anderes als ein Schutzinstinkt zum Überleben. Das ist beim Menschen nicht anders. Von einem Ort, an dem es plötzlich knallt und blitzt würden wir wahrscheinlich weg laufen. Der Unterschied zum Hund ist, dass wir wissen, was an Silvester auf uns zu kommt. Wir feiern, sind freudig gestimmt und bewundern das bunte Feuerwerk. Ein Hund hingegen fühlt sich wahrscheinlich wie im falschen Film. Woher soll er auch wissen, dass nach wenigen Stunden alles vorbei ist.

Gerade Welpen und Junghunde lernen und verknüpfen sehr schnell. Es macht also durchaus Sinn, Hunde in diesem Alter an gewisse Geräusche und Gerüche zu gewöhnen. Je isolierter ein Hund lebt und je weniger er im jungen Alter kennen lernt, desto schwerer wird ihm später der Alltag fallen.

Natürlich kann man auch im Nachhinein ängstliche Hunde trainieren. Das geht aber nicht von einen auf den anderen Tag. Habt ihr also einen sehr ängstlichen Hund, der an Silvester und jeweils die Tage davor und danach das Haus nicht verlassen will, nur noch bellt, sich verkriecht, nichts frisst oder sogar in das Haus macht, dann macht es durchaus Sinn sich bereits im Januar einen guten Trainer zu suchen und mit dem Training zu beginnen, damit man für das kommende Silvester gewappnet ist.

Wir hatten einfach das Glück, dass Laika bereits im Alter von 6 Wochen Silvester kennen gelernt hat, weshalb sich ihre Angst in Grenzen hält. Dummerweise hatten wir im Junghundealter einen blöden Zwischenfall. Wir waren bei Verwandten zu Besuch, als plötzlich im Nachbarsgarten eine Rakete hoch ging. Wir wussten natürlich nicht, dass dort ein Feuerwerk geplant war. Laika stand dummerweise in diesem Moment auch noch genau an dem angrenzenden Gartenzaun. Wir hatten Glück im Unglück. Ich stand neben ihr und konnte sie sofort beruhigen und auch sichern. Der Schreck saß natürlich aber bei uns beiden tief.

Seitdem zeigt sie, verständlicherweise, eine gewisse Unsicherheit bei lauten und plötzlichen Knall-Geräuschen. An Silvester versuche ich es ihr etwas erträglicher zu machen. Hier sind unsere Last-Minute Tipps.

Positiv verknüpfen

Bereits Ende November beginne ich damit, dass ich auf Youtube Feuerwerk Videos abspiele. Zuerst leise, später immer lauter. Währenddessen gebe ich Laika etwas zum Kauen oder zum Knabbern. Oder sie bekommt nebenbei Futter, damit sie die Geräusche positiv verknüpft. Natürlich ist es nicht das Gleiche und das merkt sie auch. Allerdings hatte ich schon das Gefühl, dass es Laika letztes Jahr am Silvesterabend geholfen hat.

Sichern

Etwa 3 Tage vor Silvester gehe ich mit Laika nur noch mit Geschirr UND Halsband heraus. Wir wohnen in einem großen Neubaugebiet. Dort wird also ab Verkaufsstart von Feuerwerk schon geböllert. Ich sichere Laika doppelt mit zwei Leinen. Eine etwas längere Leine am Halsband hänge ich mir um oder sichere sie fest an meiner Jacke, Tasche oder am Rucksack. Und eine normale Leine am Geschirr nehme ich in die Hand. Es passiert so schnell, dass man sich bei einem Knall auch selbst erschrickt, die Leine los lässt und schon ist der Hund weg. Das Risiko gehe ich nicht ein. Daher die doppelte Sicherung. Halsband und Geschirr stelle ich für die Tage auch immer etwas enger ein und ich nutze auch an diesen Tagen keine Retrieverleinen oder Zugstopp-Halsbänder. Da kann sie zu schnell heraus schlüpfen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, der kauft ein Sicherheitsgeschirr. Dieses bietet AnnyX oder auf Ruffwear an. Dort ist das Herausschlüpfen so gut wie unmöglich. Ansonsten haben wir für Laika noch einen GPS Tracker. Der ist gerade zur Silvesterzeit natürlich im Dauereinsatz und gibt mir auf jeden Fall mehr Sicherheit. Im Freilauf läuft Laika die Tage um Silvester aber auch nicht ohne Leine, sondern nur an der Schleppleine. Da gehe ich kein Risiko ein.

Musik und ruhige Atmosphäre

Am Silvesterabend bzw. um Mitternacht habe ich versucht, die knallende Geräusche etwas zu übertönen. Wir hatten am Abend den Fernseher etwas lauter gestellt. Ansonsten gibt es auf Spotify mehrere Hunde-Playlists. Zum Beispiel die „Dog Music“ Playlist. Diese habe ich auch im Alltag immer mal an, wenn Laika auf ihrem Körbchen liegt und döst. Ich habe das Gefühl, dass sie damit schneller zur Ruhe kommt. Wahrscheinlich hat sie die Töne einfach mit Schlafen und Ruhen verknüpft. Diese Playlist drehe ich um Mitternacht einfach so laut, dass es noch angenehm ist, aber das Feuerwerk etwas übertönt wird.

Die Vorhänge habe ich auch den ganzen Abend über geschlossen und wir haben einfach so getan, als sei es ein ganz normaler Abend. Wir haben zusammen gegessen, Laika hat ihre Portion Futter bekommen und dann haben wir gemütlich den Fernseher angemacht. Je aufgeregter man ist und je mehr man sich anders verhält, desto komischer wird der Hund es finden.

Für Laika hatte ich letztes Jahr über den Esstisch eine lange Tischdecke gelegt, die bis zum Boden reichte und eine Hundedecke darunter gelegt, sodass sie sich bei Bedarf in die „Höhle“ zurückziehen kann. Genutzt hat es sich nicht. Aber es gibt Hunde, die sehr dankbar für eine versteckte Rückzugsmöglichkeit sind.

Auslasten

Am Silvestertag letztes Jahr waren wir bis ca. 15.30 Uhr eine große Runde Wandern. An der Schleppleine natürlich. Wir sind etwas raus gefahren und waren im Wald. Dort hört man nur gedämpft ein paar vereinzelte Böller. Das hat Laika nicht groß gestört. Danach war sie definitiv erst einmal platt. Wir haben noch einige Suchspiele und Tricks in der Wohnung gemacht, damit der Kopf ausgelastet ist und gegen 7 waren wir nochmal ganz fix unten, damit sie sich lösen kann. Über den Abend verteilt gab es immer mal wieder den Schnüffelteppich, wir haben bisschen getrickst oder ich habe Leckerlis versteckt. Ansonsten hat sie tatsächlich viel geschlafen, weil sie einfach müde war.

Kauen, Schlecken, Lecken

Natürlich gab es aber auch Momente, wo sie einfach hoch geschreckt ist, im Raum stand und mich unsicher angeschaut hat. Da wir im Wohngebiet auch viele Familien mit Kindern haben, wird einfach auch den ganzen Abend vor um 12 immer mal wieder geböllert. Wenn ich gemerkt habe, dass es draussen gerade mal wieder lauter wird und sie munter ist, dann habe ich ihr einen gefüllten Kong gegeben. Ich hatte drei gefrorene Kongs mit Joghurt, püriertem Obst und Nassfutter vorbereitet und das Schlecken hat sie sofort beruhigt.

Auch Kauartikel gab es über den Abend verteilt immer mal. Kurz vor um 12 gab es dann ein großes Rinderohr, mit dem sie fast eine Stunde lang beschäftigt war. Ab und an schaute sie mal hoch. Aber im Großen und Ganzen hat sie sich ganz ihrem Rinderohr gewidmet.

Und dann war gegen 1 der ganze Spuk auch schon fast wieder vorüber. Wir haben noch etwas aufgeräumt und als es dann gegen 2 /halb 3 nur noch ganz selten knallte, war ich fix zum Lösen mit ihr nochmal draussen und dann hat sie bis zum nächsten Morgen durchgeschlafen.

Auch die ersten beiden Tage nach Silvester lief sie noch an der Schleppleine und hatte auch draußen immer ein Geschirr an. Vereinzelt gingen noch ein paar Böller hoch. Da war mir das einfach sicherer. Und natürlich muss man schauen, dass die Hunde draussen nicht die Reste der Böller und Feuerwerkskörper aufnehmen. Diese können giftig sein.

„Raus fahren“

In diesem Jahr setzen wir unseren Plan um. Wir fahren in den Harz. Letztes Silvester war es wirklich unproblematisch. Aber ich weis, dass es noch ruhiger geht. Ich bin von Silvester ohnehin kein großer Fan. Von daher bin ich froh, wenn wir aus der Stadt heraus kommen. Habt ihr also die Möglichkeit für ein paar Tage in eine ruhigere Umgebung zu fahren, dann nutzt sie. Die Hunde werden es euch danken.

Weitere Tipps

Ansonsten habe ich jetzt noch ein paar weitere Tipps, die ich selbst noch nicht ausprobiert habe, von denen ich aber schon gehört habe.

Viele Halter schwören auf ein klein wenig Eierlikör, dass den Hunden gegeben wird. Das muss letztendlich jeder selber wissen. Wäre Laika sehr ängstlich würde ich den Test definitiv wagen. Ansonsten können auch CBD -Leckerlis oder Hanföl helfen. Und auch Bachblüten gegen Silvesterangst soll es geben. Ansonsten gibt es wohl für Hunde auch sogenannte „Thundershirts“. Diese liegen eng am Körper an und sollen beruhigend wirken.

Mythos oder Wahrheit?

Um Silvester mit Hunden ranken sich ja auch einige „Mythen“. Beispielweise gibt es Halter, die behaupten, ihr ängstlicher Hund würde sich an Feuerwerk gewöhnen, wenn sie ihn um Mitternacht mit raus nehmen. Das ist totaler Schwachsinn. Habe ich Angst vor engen Räumen, dann würde die Angst ja auch nicht verschwinden, nur weil man mich irgendwo einsperrt. Das wäre genau das Gleiche. Also lasst eure Hunde bitte um Mitternacht in der Wohnung oder im Haus. Und lasst sie bitte auch nicht allein. Die Silvesternacht ist für die meisten Hunde die schlimmste Nacht im Jahr. Gerade da brauchen sie euch und vertrauen darauf, dass ihr da seid. Schafft man sich einen Hund an, dann muss einem definitiv bewusst sein, dass man Silvester vielleicht nicht mehr so feiern kann, wie bisher.

Weiterhin wird oft behauptet, dass man ängstliche Hunde ignorieren soll, um nichts zu bestärken. Das stimmt zum Teil. Natürlich soll man sie nicht verhätscheln und auch nicht auf jedes Fiepsen reagieren indem man ständig sagt „Ist doch alles gut“. Kommt ein Hund aber zu einem und sucht Schutz, dann sollten man ihn nicht weg schicken. Laika setzt sich dann häufig zwischen meine Beine vor das Sofa und ich streichel ihren Brustkorb. So beruhigt sie sich schnell und sie weis, dass ich da bin. Aber ich spreche nicht mit ihr und verhätschel sie auch nicht. Sie soll einfach nur merken, dass ich da bin und, dass alles in Ordnung ist.

Das waren unsere Last-Minute Tipps für ein entspanntes Silvester. Wir wünschen euch und euren Fellnasen einen entspannten Rutsch in das neue Jahr.

Wenn ihr noch andere Tipps zum Thema Silvester habt, dann schreibt sie gern in die Kommentare, per Mail oder bei Instagram.

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Alles gute Tipps, doch letztendlich ist jeder Hund verschieden. Meiner zum Beispiel reagiert nicht auf Bachblüten, auch nicht auf Rescue-Tropfen. Allerdings ist er jetzt mit 5 Jahren auch noch cool bei dem Geböller. Unser voriger Hund war in jungen Jahren mit draußen beim Böllern. es machte ihm nichts aus. Später ab ca. 8-10 Jahren bekam er immer mehr Angst. In seinen letzten Jahren bin ich mit ihm schon vor Mitternacht ins Bett. Er zitterte am ganzen Körper vor Angst. Hunde verändern sich mit den Jahren. Was jetzt ok ist, kann ein paar Jahre später ein Albtraum sein. Alle guten Vorschläge helfen dann evtl. nicht mehr.

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    1. chocolatelabradolaika sagt:

      Das ist richtig. Ich kenne ebenfalls Hunde, für die es von Jahr zu Jahr schlimmer wurde. Meine Tipps garantieren ja auch keinesfalls ein stressfreies Silvester, sondern sind einfach nur unsere persönlichen, gut gemeinten Ratschlägen, die uns bisher sehr geholfen haben. Jeder Hund ist anders, weshalb nicht alles immer bei jedem Hund klappen muss. Fakt ist aber, dass man die Angst, wenn daran rechtzeitig mit einem guten Hundetrainer trainiert wird, deutlich verringern kann.

      Gefällt 1 Person

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