Studieren mit Hund

Oft werde ich gefragt, wie das mit einem Hund und dem Studieren klappt, wie viel Zeit ich für Laika habe, ob man alles finanzieren kann, usw…

Unseren Tagesablauf habe ich ja bereits in einem anderen Blogbeitrag beschrieben. Diesen findet ihr hier.

Natürlich haben wir uns vor dem Kauf genau überlegt, ob wir überhaupt die Zeit und vor Allem auch das Geld für einen Hund haben. Wir mussten uns auch überlegen, ob wir jemanden haben, der Laika im Notfall betreuen kann.

Zeit im Studium

Die Frage der Zeit kann ich für mich definitiv mit Ja beantworten. Ich studiere BWL und habe im Studium genügend Zeit. Meine Vorlesungen sind recht flexibel und die Hochschule ist nur 15 Minuten von zu Hause entfernt. Ich kann also auch mal fix in einer Freistunde nach Hause fahren und Gassi gehen. Das kann aber auch je nach Studiengang anders sein!

Gerade die Welpenzeit ist wahnsinnig anstrengend. Die lag bei uns glücklicherweise in den Semesterferien und ohne meinen Freund hätte ich es nicht so einfach geschafft. Man muss ja wirklich gefühlt jede halbe Stunde raus, da der Welpe dann schon wieder muss.

Je älter der Hund wird, desto unproblematischer ist es. Mittlerweile könnte ich Laika auch ohne einen Partner problemlos genügend Zeit geben, weil ich sehr oft zu Hause bin oder viele Freistunden habe.

Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich noch nie der „Partymensch“ war. Ich gehe gern mal mit Freuden etwas trinken, feiere aber eher selten bis in die Nacht. Wenn man also viel Wert auf seine Freiheit und Unabhängigkeit legt, dann ist ein Hund nicht das Richtige. Denn der Hund muss früh direkt raus, ihm ist es egal, ob man am Abend zuvor feiern war und müde ist.

Genauso ist es mit den Spaziergängen tagsüber. Während Kommilitonen nach Hause kommen und es sich vor dem Fernseher oder PC gemütlich machen, komme ich heim, ziehe mir fix die Hundesachen an und gehe mindestens 1,5 Stunden mit Laika raus.

Natürlich gibt es Tage, an denen man mal keine Lust hat. Der Hund hingegen hat immer Lust. Man sollte sich also gerade in solchen Situationen aufraffen können. Das fällt mir allerdings nicht sehr schwer. Denn wenn man Spaß an der Arbeit mit Hunden hat, dann macht auch das Gassi gehen Spaß!

Finanzierung eines Hundes

Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Ein Hund ist nicht billig und natürlich ist ein Rassehund weitaus teurer, als ein Hund aus dem Tierheim. Allerdings bleibt es ja nicht nur bei den Anschaffungskosten und der Erstausstattung.

Versicherungen und Steuern kommen ebenfalls dazu. Gerade ein Welpe wächst zügig aus Geschirren, Halsbändern oder Körbchen raus oder macht Sachen kaputt. Das sollte auch einberechnet werden.

Und zu letzt sind auch die Tierarztkosten nicht zu unterschätzen. Allein schon die Auffrischung der Impfungen ist teuer und ein einfacher Magen-Darm-Infekt bei Laika hat uns bereits über 100 € gekostet.

Auch bei diesem Punkt bin ich froh, dass wir zu zweit sind. So teilen wir uns alle Kosten. Als Studentin habe ich natürlich kein großes Einkommen. Mein Freund arbeitet voll und ich bekomme zum Glück BaFöG und gehe ebenfalls nebenbei arbeiten. Weiterhin legen wir uns für einen Notfall, wie eine OP, jeden Monat etwas Geld für Laika beiseite.

Ausweichmöglichkeiten

Zu letzt muss man sich fragen, was mit dem Hund geschieht, wenn man ihn absolut nicht betreuen kann, weil man beispielsweise krank ist oder irgendwo hin fahren muss, wo man den Hund nicht mitnehmen kann.

Bei uns ist diese Ausweichmöglichkeit definitiv meine Mutti. Sie hat zwar eine recht kleine Wohnung und Knieprobleme, wodurch sie keine weite Strecken laufen kann, allerdings gibt Laika sich im Notfall auch mal mit weniger Bewegung zufrieden. Hauptsache sie ist gut versorgt und nicht lang allein. Auch meine Schwester könnte sie nehmen.

Weiterhin haben wir mehrere Freunde, die ebenfalls Hunde haben. Zu denen könnte ich Laika auch mit einem guten Gewissen bringen.

Sind wir doch mal über mehrere Tage unterwegs und können sie nicht mitnehmen, dann haben wir im Notfall noch die Hundepension einer Bekannten. Dort hat Laika einen warmen Raum zum Schlafen, einen großen Garten, darf mit anderen Hunden spielen und war bisher jedes Mal sehr gern dort.

Ob man sich einen Hund anschafft ist eine persönliche Entscheidung, die nicht einfach an einem Tag getroffen ist! Man sollte sich informieren und sich gut überlegen, ob es auch wirklich passt.

Für mich persönlich kann ich sagen, dass es die beste Entscheidung war, die ich treffen konnte. Gerade neben dem Studium hat man weitaus mehr Zeit, als während eines 40 Stunden Jobs. Denn die Erziehung eines jungen Hundes ist wahnsinnig zeitaufwändig, macht aber mindestens genauso viel Spaß.

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